Kürzlich bin ich folgenden Texten aus dem Dharmapada, einer buddhistischen Schrift gestoßen.
Die Weisheit dieser Zeilen finde ich sehr beeindruckend, daher möchte ich meine Gedanken dazu teilen.
Vielleicht sind folgende Ideen zu den Texten auch für dich hilfreich oder können als Anregung zum eigenen Nachdenken über das Thema dienen.
Der Text
Vom Geist (Bewusstsein, Prägung, Vorerfahrungen) geführt die Dinge (Gefühle, Gedanken, Handlungen) sind,
*Vom Geist beherrscht, vom Geist gezeugt. *
Wenn man verderbten (egoistisch, mit negativen Emotionen belastet, selbstsüchtig) Geistes spricht,
Verderbten Geistes Werke wirkt,
Dann folget einem Leiden nach Gleich wie das Rad des Zugtiers Fuß.
(Die Folgen sind zwangsläufig, folgen einer logisch nachvollziehbaren Ablauf.)
Vom Geist geführt die Dinge sind,
Vom Geist beherrscht, vom Geist gezeugt.
Wenn man da lautem Geistes spricht
Und lautem Geistes Werke wirkt,
Dann folget einem Freude nach,
Gleichwie der Schatten, der nie weicht.
Inhalt
- 1 Der Text
- 2 Ein Weg um glücklicher zu werden
- 3 Ergänzende Gedanken zu den Versen
- 4 Unbewusstes Handeln ist die Hauptursache für Leiden
- 5 Ein Weg um förderlich zu handeln
- 6 Achtsamkeit oder besser Gewahrsein ist die Grundlage, die es uns ermöglicht unser Handeln zu wahr zu nehmen.
- 7 Durch Meditation erlangen wir die notwendige Konzentrations, um innere Prozesse ungetrübt betrachten zu können.
- 8 Zum Schluss
Ein Weg um glücklicher zu werden
Alles, was wir erleben, Gefühle, Gedanken, Handlungen haben ihren Ursprung in unserer Vergangenheit.
Ein Leben baut auf vergangenen Erlebnissen auf. Waren es förderliche Dinge, die wir getan (gefühlt, gedacht, getan) haben, wird unserer Geist ruhiger und klarer sein, als wenn es nicht förderliche Dinge waren.
Wenn wir förderliche Taten kultivieren und nicht förderliche unterlassen, führt dies, auf persönlicher und universeller Ebene, zu Glück und zum Abbau von Leid.
Unterscheidungskraft und unmittelbare Beobachtung von inneren Prozessen ist Voraussetzung, um förderliches von nicht förderlichem zu unterscheiden.
Beide Fähigkeiten setzen Gewahrsein/Bewusstheit/Achtsamkeit (sehe ich hier als Synonyme) voraus. Durch Gewahrsein werden die Fähigkeiten weiter kultiviert.
Gewahrsein kann vor allem durch konzentrative (beispielsweise Atembetrachtung) und erkennende (beispielsweise Vipassana oder Kontemplation) Meditation geschult werden.
Ergänzende Gedanken zu den Versen
Unbewusstes Handeln ist die Hauptursache für Leiden
Der Grund dafür, dass für andere schädliche Handlungen auch uns und in der Folge unserem Umfeld, schaden, ist aus psychologischer Sicht einichtig.
Wenn wir aus egoistischen, selbstbezogenen Motiven oder unter dem Einfluss von Wut, Hass, Ablehnung, Begierden handeln, werden sich Schuldgefühle und Scham in uns ausbreiten.
Jeder Mensch spürt, wenn er sich „falsch“ verhält. Wir haben ein natürliches Gefühl (von pathologischen Fällen evtl. abgesehen) für das was „richtig“=förderlich und was „falsch“=schädlich für andere oder uns selbst“ ist.
Wenn wir Leidbringende Handlungen begehen oder aufrechterhalten wollen (beispielsweise unethischer Lebenserwerb, Handeln aus Neid, Gier, Ablehnung, Egoismus …) neigen wir dazu unser „Fehlverhalten“ zu verdrängen oder so umzudeuten, dass es als nicht Schädlich oder Notwendig gesehen wird. Der Prozess von Verdrängung und/oder Rechtfertig ist meistens unbewusst. Daher führt die Entwicklung von Bewusstheit zwangläufig dazu, das wir leidbringendes Handeln verringern oder vollständig unterlassen.
Wir können uns und auch anderen einreden, das wir richtig gehandelt haben, das es gerechtfertigt war den Nachbarn anzuschreien, weil er auf dem falschen Parkplatz stand oder das es ok ist, wenn wir voller Wut einem Menschen, der uns verletzt hat schlechtes wünschen, usw. . Einreden können wir uns das, aber es führt trotzdem zu Schuld und Schamgefühl, in deren Folge zu Rechtfertigungen, Verdrängungen, Kompensationen und damit zu inneren Spannungen.
Wenn wir diese Spuren nicht sehen wollen, reden wir uns vielleicht ein, dass es richtig war, was wir getan haben, vielleicht holen wir uns Bestätigung von anderen, in dem wir unsere Geschichte aus einer Sicht erzählen, in der wir gut dastehen oder das Opfer von Umständen sind.
Auch dies führt zu weiteren Problemen, denn wir wissen das wir falsch gehandelt haben, täuschen aber andere um dies zu verstecken.
So wird unser zukünftiges Handeln, unter dem Einfluss nicht heilsamer innerer Zustände und einer nicht real existierenden, künstlichen Persönlichkeit stehen. In uns tobt ein Kampf, der zu weiteren nicht heilsamen Handlungen führt.
Wenn man beispielsweise völkische Parteien wählt, die sich offen gegen Menschenrechte aussprechen und andere Menschen herabsetzen, wenn wir im Wissen, das wir muss man sicher viel verdrängen oder sehr verblendet sein, um sein Handeln vor sich zu rechtfertigen.
Ein Weg um förderlich zu handeln
Wir können uns den Zusammenhängen von Handeln und Leiden bewusst werden.
Wir können realisieren, dass wir durch jede nicht reflektierte, für andere nicht förderliche Handlung uns selber schaden, und in der Folge weiteren Schaden für unserem Umfeld verursachen.
Wir können anfangen auf unser Verhalten, und dazu zähle ich hier insbesondere unser Denken und Wahrnehmen von Emotionen, zu betrachten. Dadurch haben wir die Möglichkeit uns so auszurichten, dass unser Handeln für uns und andere förderlich ist.
Wir haben nun immer weniger Notwendigkeit unsere Handlungen, vor uns selbst und anderen zu verstecken oder zu rechtfertigen. Wir werden weniger Furcht haben, dass uns jemand auf die Schliche kommt, unsere nicht heilsamen Handlungen als solche erkennt.
Es fällt immer leichter Frieden mit uns selbst zu schließen. Wir werden entspannter, Ängste verschwinden, wir entwickeln ein natürlicheres Selbstbewusstsein. Dadurch werden Energien in uns frei, die wir vorher dazu benötigten eine Fassade oder unser künstliches Selbstbild aufrecht zu erhalten.
Unsere positiven, förderlichen, heilsamen Eigenschaften können sich immer freier zeigen.
Wir haben Kreislauf in Gang gesetzt, der zu immer mehr Förderlichen für uns und für andere führt.
Wir werden automatisch glücklicher.
Wir sehen an diesen kleinen Fersen, dass der Schlüssel zu dauerhaftem Glück, nicht nur individuellem, sondern auch globalem immer in unserer Hand liegt. Wir müssen lediglich unsere Selbstbezogenheit aufgeben, mutig auch unsere Schattenseiten sehen und erkennen.
So leicht ist dies nun leider nicht. Es setzt vor allem voraus, dass wir in der Lage sind uns selbst, unsere Gefühle und Taten, zu reflektieren. Wir müssen die Fähigkeiten haben uns möglichst ungetrübt wahr zu nehmen.
Achtsamkeit oder besser Gewahrsein ist die Grundlage, die es uns ermöglicht unser Handeln zu wahr zu nehmen.
Gewahrsein bedeutet, dass wir unseren inneren Fokus auf das, was wir machen wollen (in diesem Fall beispielsweise reflektiert zu sein, förderlich handeln, …) halten können. Wir sollten jedoch nachsichtig mit uns sein. Von uns zu erwarten, dass wir keine Fehler mehr machen und immer förderlich handeln, wäre eine unrealistische Sicht und dadurch nicht förderlich.
Der Weg, um Gewahrsein zu entwickeln und im Alltag nutzen zu können, ist Meditation.
Durch Meditation erlangen wir die notwendige Konzentrations, um innere Prozesse ungetrübt betrachten zu können.
So gesehen ist die Vorstellung, das durch Meditation und Gewahrsein/Achtsamkeit ein dauerhaft friedliches und glückliches Zusammenleben mit allen Wesen möglich ist, sehr real. Es ist kein spirituelles oder esoterisches Konzept, sondern zunächst einmal angewandte Psychologie. Voraussetzung dafür ist natürlich eine korrekte und regelmäßige Meditations- und Achtsamkeitspraxis.
Wenn du die Argumentationen verständlich und nach Prüfung zunächst als richtig ansehen kannst, liegt es nur noch an einer Entscheidung von dir, dein Leben und das deines Umfeldes dauerhaft glücklicher zu gestalten.
Glück ist eine Entscheidung
Glück entsteht aus Glück
Die Ursachen von Glück zu entwickeln ist für jeden möglich
Ein gutes Umfeld, ein glückliches Umfeld zu entwickeln hat jeder in der Hand
Die ersten Schritte auf dem Weg sind Einsicht in die Zusammenhänge (der wahren Realität), Achtsamkeit. Meditation kann es erleichtern Achtsamkeit/Bewusstheit/Gewahrsein zu halten.
Das, was ich hier von mir gebe ist nichts was irgendjemand glauben sollte. Vielmehr solltest du selber prüfen, ob es richtig ist. Wenn du den Weg ernsthaft gehst und feststellst, das alles was ich hier geschrieben habe Unfug ist, dann verwirf es.
Zum Schluss
Um glücklich zu werden, muss du also kein Buddhist werden. Es reicht aus mehr Bewusstheit/Achtsamkeit/Gewahrsein zu entwickeln, damit du deinen Handlungen (Fühlen, Denken, Tun) prüfen kannst, ob sie hilfreich, förderlich, heilsam sind oder nicht. Dann ersetzt du, ganz entspannt, ohne Anspruch, ohne Ehrgeiz, ohne Hast, die nicht heilsamen, durch heilsame Handlungen. Der Rest folgt von allein.
Anleitungen für wirkungsvolle Meditationen und Achtsamkeitsübungen findest du unter anderem hier.
Wenn uns Frieden (in uns und im Außen) wichtig ist, sollten wir versuchen möglichst bewusst und hilfreich zu wirken. Jede unserer Handlungen sollten wir, im Wissen nicht perfekt zu sein, daraufhin prüfen, ob sie Anderen oder uns schadet oder nützt. Schädliche Handlungen sollten wir im eigenen Interesse und im Interesse anderer unterlassen.