Zeit oh Zeit

Sie kroch dahin
Ein Tag, ein Jahr
kein Ziel, nur der Moment war da
ich wusst noch nichts von Sinn

Sie fing dann an zu schleichen
immer schneller, Jahr um Jahr
Begriffe fassten den Verstand
die ich mit Gegenwart verband

Bald hörte auch das schleichen auf
sie ging dahin, viele Jahre
Ziele aus Begriffen Form
wurden Lebensinhalt, mein

Ich dacht, es würd nur mir sogehen
das Leben war nie zu fassen
und erfuhr erst viel zu spät
das Entrinnen, jedem Mensch geschieht

Dann kam noch Liebe mit ihr Triebe
oder war es umgekeht
vielleicht war es auch nur letztes
das vom erstren als Schein beschützt

Wie dem auch sei,
nun fing sie an zu galopieren
blieb dann stehen, im tiefen Sehnen
rauste weiter im beisammen sein

Dann kamen Trennung, Lebens pflicht
niemand wollt sie,
doch scheint sie jedermannes Pflicht
bei der sie begann zu stocken

Irgendwann begreifen
es kam wohl mit dem Reifen
das kein Sinn im Tun besteht
man einfach geht, wie’s weiter geht

sie fing bald an zu rennen
jedes Jahr ein wenig mehr
vom Glück zu hoffen, wurde schwerer
weil nur vergehen stetig ist

Aus dem Rennen wurd dann fließen
steil den Wildbach hinab
ich nur noch ihr Untertan
Wunsch, Wille, Hoffen, sehnen wurden bald schon knapp

Erst als die letzten Atemzüge
näher schien als Letzter
wurd ihr gehn gemächlich
ließ Hast und Wünschen endlich nach

Wer das erlangt, der ist wohl glücklich
schaut vielleicht die letzten Jahre noch
der Zeit nicht mehr beim Rinnen zu
genießt die letzten Jahre seelig